Am Plan 1 - vormals Schusterei Roth, 
später Spedition Albert und Kfz-Service Schmidt

Das heutige Anwesen Am Plan 1 umfasst eine Fläche die Mitte der 1990er Jahre zu einem Grundstück vereinigt wurde.
Bis zur vollständigen Zerstörung der Häuser Am Plan waren unter den Hausnummern 1 und 2 zwei Wohn- und Geschäftshäuser mit jeweils eigenem Grundstück.
Diese Seite befasst sich nun mit dem Grundstück Am Plan 1. Für das Anwesen am Plan 2 siehe ebenda.

Das Wohnhaus Am Plan 1 gehörte früher dem Zimmermann Otto Richter. Dieser wohnte im 1. Stock und arbeitete bei der Baufirma Seifert. Im Erdgeschoss eingemietet war Max Roth, der in seiner Wohnung eine Schusterei betrieb. Daneben wohnte eine Familie Vogel.

Links: Das Wohn- und Geschäftshaus Am Plan 1 in einer Aufnahme etwa um 1907. Um diese Zeit oder auch etwas später muss es gewesen sein, das hier der
“Butter-Schmidt” wohnte und sein kleines Gewerbe aus der Wohnung heraus betrieb, wo er Butter verkaufte. Wir finden auch eine Adressangabe Max Schmidt, Schlosser, um 1926 Am Plan 1. Ob es sich um “Butter-Schmidt” handelt oder ob seine Frau den Butterhandel betrieb, ist ungeklärt.
Nach Schmidt bewohnte, wie eingangs berichtet, Max Roth die Zimmer, und zwar bis zur Zerstörung des Gebäudes am 5. März 1945.
(Foto: Heinz Mütze)

Das gleiche Gebäude in den 1930er Jahren, aus dem Garten von Hauptstraße 74 heraus aufgenommen. Dieses Foto konnte lange Zeit nicht zugeordnet werden, erst nach Vorliegen der linken Aufnahme konnten Parallelen gezogen werden.

Zur räumlichen Orientierung ignorieren wir jetzt einfach mal den festlich geschmückten Wagen und konzentrieren wir uns auf die Häuser im Hintergrund.
Ganz links, oben am Hang die ehemalige Kirchschule in der Kirchgasse 5, heute Wohnhaus Drews. Darunter mit weißem Giebel das Wohnhaus von Otto Richter, hinter dem Festwagen der Giebel von Hauptstraße 74.

Ein Blick von der anderen Seite aus dem oberen Stockwerk des Südgiebels Harthauer Weg 1 in den 1920er Jahren.
Wir erkennen ganz links hinten noch die Apotheke im alten Lehngericht, davor die kleineren Häuser “Am Plan”, vorn links die Wohnhaus Am Plan 1 mit Schusterei Roth.

Am 14. Dezember 2005 sieht’s hier dann doch ein bissel anders aus. Links drängen jetzt die 1995/96 fertiggestellten Häuser “Am Plan 4-8” ins Bild, davor die Werkstatt mit den vorgelagerten Nebengebäuden von “Kfz-Service und Reifendienst Jörg Schmidt”.
Man achte auch am ganz rechten Rand auf den Anbau von Harthauer Weg 1, der nach Bombenschaden 1945 nicht wieder in der ursprünglichen Größe errichtet wurde.

Das Gebäude Am Plan 1 wurde im Krieg völlig zerstört. Wir sehen die Ruine auf der nebenstehenden Zeichnung links der Bildmitte.
Die Besitzer Richter zogen in die Siedlung zu ihren Kindern. Der Ehemann der Enkelin von Otto Richter, Gottfried Albert, baute sofort nach Kriegsende auf dem Grundstück eine größere Halle, die 1946 fertig wurde und noch heute besteht. Er nutzte diese zum Unterstellen seiner Fahrzeuge, da er ein Fuhrgeschäft betrieb. Ruinenreste der rechten Haushälfte des ehemaligen Wohnhauses wurden ebenfalls umgebaut und dienten als Büro und Lager.

Später kaufte Georg Wittig (Hauptstraße 97) die Firma und das Grundstück und nutzte es im gleichen Sinne weiter.
1965 ein erneuter Besitzerwechsel. Erich Schmidt, seinerzeit bereits bei Gottfried Albert als Fahrer beschäftigt, kaufte das Anwesen und richtete hier eine Wagenpflege ein. 
Er kaufte Georg Wittig auch eine große Hebebühne (Baujahr 1953) ab, die ursprünglich in der Hauptstraße 97 eingebaut war, da Wittig dort auch eine Kfz-Reparatur mit Tankstelle betrieb. Diese Hebebühne ist im Jahre 2010 noch immer im Dienst! Der Einbau derselben ist Schwerstarbeit gewesen, der Platz für das einige Meter lange bzw. hohe Standrohr musste mühsam aus dem felsigen Boden gehauen werden.


Eine Rechnung über eine Fahrzeugwäsche und Hohlraumkonservierung vom 2. Februar 1977 mit der uns heute utopischen anmuteten Endsumme von 35,21 Mark.
(Vorlage: Jörg Schmidt)

Erich Schmidt baute noch einige Garagen an. Das Foto links stammt vom März 1970. Die beiden Garagen rechts, die an die Halle grenzen, wurden noch von Gottfried Albert errichtet.
Schmidt nutzte die Garagen als Unterstellmöglichkeit für fertig gestellte Fahrzeuge und als Lager. Sie waren nicht vermietet.

Seit 1988 führt der Enkel von Erich Schmidt, Jörg Schmidt, die Wagenpflege und den Reifendienst weiter.
Die ehemalige Garagenreihe wurde 2003 abgerissen.
Das Foto oben wurde am 14. April 2003 aufgenommen.

Die abgerissenen Garagen machten Platz für eine neuen Halle, wo Jörg Schmidt heute seine Reifendienste ausführt.
Die Wagenpflege wird noch immer in der alten, großen Halle aus dem Jahre 1946 ausgeführt, die am rechten Bildrand noch zu erkennen ist.
Foto vom 19. Mai 2005

Hier streicht der Chef noch selbst. Jörg Schmidt am
25. Oktober 2009 beim vorbereitenden Konservieren für die Putzarbeiten der Fassade...

...die dann im Herbst 2009 ausgeführt wurden.
Foto vom 8. November 2009.

Die “Reifenhalle” der Firma Schmidt am 30. Mai 2010.

 

 

 

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