Am Plan 4, 6 und 8
vormals Einzelgebäude mit den Nr. 3, 4 und 5

Die heutigen großen und zusammenhängenden Gebäude Am Plan 4, 6 und 8 waren früher drei Grundstücke mit den Nummern
3 (Feuerwehrgerätehaus), 4 (“Rösch-Haus”) und 5 (“Fischer-Haus”).
Es wird nachfolgend nun auf diese drei völlig unterschiedlichen Gebäude eingegangen.

Am Plan 3, dass war das ehemalige Domizil der Freiwilligen Feuerwehr Einsiedel.
Das Gebäude war eigentlich mehr ein großer Geräteschuppen und beherbergte die gesamte Ausrüstung der Einsiedler Wehr. Beachtenswert auch der zehn Meter hohe, 1897 errichtete “Spritzenturm” (Steigerturm), der zur Trocknung der Schläuche diente.
Das Foto stammt aus den 1930er Jahren.

Wir erkennen das Haus in der Bildmitte, links daneben das Gebäude Am Plan 4, oben am Hang sehen wir Kirche und Kantorat.
(Foto: Jürgen Krauß)

Am Plan 4. Das Gebäude war ein reines Wohnhaus, der seinerzeitige Besitzer war der Maschinist Kurt Rösch. Er hatte einen Sohn, Arno Rösch.

Im Jahre 1926 finden wir hier auch einen Max Braeuer, der eine “Bierapparate-Reparatur” betrieb.

Das Foto stammt von Ende März 1930. Die vorne vorbei laufende Hauptstraße ist von Mitgliedern der SA mit Trauerkränzen gesäumt. Anlass war die Trauerfeier für den ermordeten Einsiedler SA-Mann Kurt Günther.

Am Plan 5 war das “Anton-Fischer-Haus”. Der Eigentümer betrieb vorne links im Hause ein kleines Lebensmittelgeschäft. Eine Treppe führte hinter dem Gebäude nach oben auf die Kirchgasse. Diese wurde vor allem von den Schülern gerne genutzt, stellte sich damit doch die Möglichkeit dar, auf kürzestem Wege zwischen Schulgebäude und Laden zu pendeln. Der Ladeninhaber vertrieb natürlich auch allerlei Süßigkeiten, damals wie heute eine Versuchung für jedes Kind...

Wir sehen am linken Bildrand das große Fachwerkhaus, ehemals  Lehngericht, ab 1868 Apotheke, postalisch nicht zum Plan, sondern zur Hauptstraße gehörend (Nr. 76).
Aufnahmezeitpunkt auch hier vermutlich 23. März 1930, Trauerfeier Kurt Günther.

Links: Am Plan 5 und 4, wohl Anfang der 1930er Jahre.
(Foto: Thomas Schwebe)
Oben: Die Ruinen der beiden Häuser 1945.
(Foto Irmgard Wildfeuer)

Nach Beseitigung der Trümmer blieb eine große, freie Fläche in der Ortsmitte zurück. Diese wurde -wie an anderer Stelle auch schon berichtet- über die gesamte DDR-Zeit für die vielfältigsten Unterhaltungen genutzt: Kirmes, Weihnachtsmarkte, Circus, Maikundgebungen.....
Aber auch als Abladeplatz für Schüttgut wurde der Plan genutzt. Ich erinnere mich gut, als Kind auf den großen Haufen herumgeklettert zu sein, die monatelang hier lagerten.
Im hinteren Teil des Planes, Richtung Hang, gab es einige wenige Gärten, die gepachtet waren.
Links eine Aufnahme vom Dezember 1994, die Neubebauung im Folgejahr sollte das Bild vom Plan nachhaltig verändern.
(Foto: Haus & Grund Einsiedel)

Von 1995 bis 96 erfolgte ein großer Neubau von Wohn- und Geschäftshäusern. Vielfältigstes und zu einem großen Teil auch wechselndes Gewerbe zog wieder in der Ortsmitte ein.
Am Kirmessonntag, den 16. September 1995, war Richtfest. In den Häusern entstanden 13 Wohnungen, zwei Arztpraxen und acht Läden/Gastronomie.

Links die Gebäude Am Plan 8, 6 und 4 auf einer Aufnahme etwa 1996/97. Man muss schon ein sehr gutes Weitwinkelobjektiv besitzen, um die gleiche Aufnahme heute noch einmal zu realisieren. Am Standort des damaligen Fotografen steht heute das Feuerwehrgebäude und verwehrt es uns, weit genug zurück zu treten.
(Foto: Katrin Lindner)

Die oftmals zu lesende wirtschaftliche Not des Einzelhandel und der kleinen Gewerbetreibenden in Deutschland lässt sich auch gut an den Häusern Am Plan ablesen. Wenn wir im Jahre 2010 Rückschau halten, welche verschiedenen Geschäfte schon hier beheimatet waren, können wir eine lange Liste erstellen.
Beispielhaft die beiden Fotos des Gebäudes Am Plan 8. Links, 16. Juli 2006, “Drogerie & Parfümerie Katrin Lindner” und “Alles für Küche und Haushalt Carolin Lanz”. Rechts 17. Februar 2008, jetzt ist hier ein großes Steuerberatungsbüro und eine Versicherung.

“Zu vermieten” (wie hier beispielsweise in der Nr. 8 im Dezember 2006) liest man Am Plan leider allzuoft. Wenn wir die letzten Jahre einmal Revue passieren lassen, fällt einem Einiges an Gewerbebetrieben ein, die mittlerweile schon wieder Vergangenheit sind oder an anderer Stelle weiter machten. Auch zogen einige Mieter innerhalb der drei Gebäude um, die übrigens alle verschiedenen Eigentümern gehören.

 


Betrachten wir uns die Erdgeschossflächen dieser Häuser mal im Einzelnen, wobei die Aufzählung keinen Anspruch auf Vollzähligkeit erhebt:

Am Plan 4 war anfangs eine Pizzeria, später “Bistro Am Plan”, jetzt wieder Pizzeria mit Namen “Euro Pizza Express” und sinnigerweise von Asiaten geleitet. Eine Konstante lässt sich hier ziehen - stets waren die Speisen schmackhaft und preislich angemessen.

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In der Nr. 6 gab es mal einen Zeitschriften-Shop mit und ohne Post, dann Schuhgeschäft, dann kurz Drogerie, dann Optiker, im Februar 2009 leer stehend. Ein Jeansgeschäft und eine Bäckerei mit Café sind von Anfang im Hause und trotzen allen Wirren von Wirtschaft und Gesellschaft.
Fotos: Bernd Obermaier, links der Zeitungsladen innen im August 1998, rechts Jeansgeschäft Reiß und Bäckerei Worf im Februar 1997.

Im Hause Am Plan 8 waren -wie bereits oben erwähnt- lange Jahre eine Drogerie & Parfümerie, daneben ein Haushaltwarengeschäft und auch ein Reisebüro und ein Optiker. Jetzt ist das Haushaltwarengeschäft eine Versicherungsagentur, die anderen drei Gewerbeeinheiten wurden zu einer vereinigt und beherbergen jetzt eine Steuerberatungsgesellschaft.

 

 

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