Erst seit 1933, als der 1. Mai durch die eben an die Macht gelangte Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) zum gesetzlichen Feiertag erklärt wurde, ist der 1. Mai ein arbeitsfreier Tag, er nannte sich damals "Tag der nationalen Arbeit". Heute wird das “national” weggelassen. Eine wechselvolle, blutige Geschichte ging dem voraus:
Bereits im Jahre 1886 rief die Arbeiterbewegung in den USA zur Durchsetzung des Achtstundentags zum Generalstreik am 1. Mai auf. Daraufhin kam es zu Massendemonstrationen in vielen amerikanischen Industriestädten. In Chicago endeten die Demonstrationen tödlich, als am 3. Mai 1886 vier Arbeiter bei Auseinandersetzungen mit der Polizei erschossen wurden und am nächsten Tag in die Reihen der Polizei eine Bombe geworfen wurde, die acht Polizisten tötete und zahlreiche verletzte. Bei dem anschließenden Aufruhr, der in die US-Geschichte als „Haymarket Riot“ eingegangen ist, wurden mehr als 200 Arbeiter verletzt, die Zahl der Toten ist niemals offiziell bestätigt worden.
1889 wurde dann auf dem Gründungskongress der „Zweiten Internationale“ der 1. Mai als "Kampftag der Arbeiterbewegung" ausgerufen, um der Opfer des „Haymarket Riot“ zu gedenken.
In der deutschen Geschichte des 1. Mai ist der so genannte Blutmai in Berlin 1929 ein bedeutendes Ereignis, welches die Widersprüche zwischen den Parteien KPD und SPD entscheidend verschärfte. Zwischen 1. und 3. Mai 1929 tötete die Schutzpolizei in Berlin in Folge einer Maidemonstration 32 Demonstranten und Anwohner, darunter auch Unbeteiligte. 80 Menschen wurden verletzt. Die Berliner Polizei folgte einer Anweisung des preußischen Innenministers und des Berliner Polizeipräsidenten, welche beide der SPD angehörten. Diese hatten im Vorfeld Demonstrationen am 1. Mai in Berlin verboten, die KPD hatte jedoch weiter zu ihnen aufgerufen.
In kommunistisch geführten Ländern wurde der 1. Mai "Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen" genannt.
Seit 1946 ist der 1. Mai als „Tag der Arbeit“ in der Bundesrepublik Deutschland Feiertag.
Natürlich wurde der 1. Mai stets in Abhängigkeit des Systems bzw. der jeweiligen Gesellschaftsordnung zur politischen Propaganda eingespannt. Heute nutzen vor allem die großen Gewerkschaften den Feiertag für ihre organisierten Umzüge und Demonstrationen.
In Einsiedel ist es seit Beginn der 1990er Jahre dann doch ein bissel anders...durch den von Gewerbeverein und Ortschaftsrat organisierte Festumzug mit anschließenden Maibaumsetzen, gewinnt hier dieser Feiertag alljährlich schon den Charakter eines kleinen Volksfestes...

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...in der Weimarer Republik   ...im Dritten Reiche   ...in der DDR   ...nach 1990

Demonstranten der Maschinenfabrik Einsiedel, vormals Ernst Bößneck, bei einer Maidemonstration in Chemnitz im Jahre 1928. Damals war dieser Tag noch nicht arbeitsfrei. Vielleicht hatten diese Arbeiter Urlaub genommen, wahrscheinlich aber wurde der Tag aus der Streikkasse von Gewerkschaften oder Arbeiterparteien gezahlt oder man hat die Demonstration auf einen Sonntag verlegt...

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1933. Im Zuge des Maifeiertages erfolgte in feierlicher Form die Umbenennung des “August-Bebel-Platzes” in “Adolf-Hitler-Platz”.
(Foto: Ingobert Rost)

Ein Demonstrationszug vieler Bürger mit den verschiedensten Berufen zieht in der zweiten Hälfte der 1930er Jahre durch die Einsiedler Straßen.

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1951, links in Höhe Hauptstraße 130. Man demonstriert zu diesem Zeitpunkt noch für die Einheit Deutschlands, einige Jahre später hätte diese Parole unangenehme Folgen gehabt...

1951, in Höhe Hauptstraße 64.

1951, in Höhe Hauptstraße 74.

Undatiert, aber nach 1961. Der “Zug der Werktätigen”, bestehend aus Angehörigen der BBS 8. Mai, befindet sich in Höhe “Vinora”, der ehemaligen Verbandwattefabrik von Gustav Lippmann.
(Foto: Ingobert Rost)

1957, auf der Hauptstraße in Höhe “Am Plan”.

1957, die Hauptstraße Höhe Nr. 82, heute “Modehaus Einsiedel” Lothar Schlaffke.

Links eine undatierte Aufnahme, allerdings durch das eingefügte DDR-Wappen in der Flagge auf nach 1959 einzureihen. Es war aber auch nicht im Jahre 1961, denn da war am 1. Mai das Wetter grauenhaft (oben).
(Foto links: Torsten Richter)

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Für die in der Einleitung oben beschriebenen Maiumzüge nach 1990 sollen stellvertretend für die letzten Jahre die Fotos vom 1. Mai 2005 den geneigten Betrachter einen kleinen Eindruck über den Festumzug vermitteln...

Der Festumzug in Höhe Hauptstraße 87 (Ortsmitte). Die ganze Prozession hatte - wie jedes Jahr - am Rathaus haltgemacht, da dort der amtierende Ortsvorsteher das vom “Einsiedler Brauhaus” spendierte Fass Freibier angezapft hatte.

Links: Fahnenträgerinnen an der Spitze des Zuges (...das Präsentieren der Fahnen ist stark verbesserungswürdig).
Oben: “Der alte Einsiedler” wurde reaktiviert.

Der Spielmannszug.

Das Gespann mit dem Maibaum.

Joachim Weber (DRK) mit der Einsiedler Flagge, danach die Frauengymnastikgruppe Einsiedel.

Der Wagen der Fleischerei Edel.

Drehorgelspieler Reuter.

Das “Cow-Show-Team”.

Einsiedler Skiverein.

Der Einsiedler Rassekaninchenzüchterverein

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1. Mai  
Tag der (nationalen) Arbeit