Reklameanzeige aus der Festschrift “700 Jahre Einsiedel” von 1955.

Das ehemalige Herrmann-Gut auf einer Fotographie aus dem Jahre 1906. Das Gut selber wurde bis 1902 bewirtschaftet.
Ein Sohn der Familie Herrmann -Anton- war gelernter Schmied und gründete ein kleines Bauunternehmen.
1906 ließ er das elterliche Gut abreißen, wir sehen auf dem Foto die Bauarbeiter, die den Hausrat verladen.
Im Hintergrund erkennt man den Giebel des “Rudolph-Hauses” (Strumpfwarenfabrikation Wehner & Rudolph auf der Bergstraße), welches soeben fertiggestellt wurde (1906).
(Foto: Thomas Schwebe)

An Stelle des Gutes entstand das auf nebenstehender Lithographie dargestellte Gebäude, mit “Conditorei & Café” im Erdgeschoss und mehreren Mietwohnungen in den oberen Etagen.
Durch die Lage genau im Kreuzungsbereich ergaben sich zwei Anschriften (ist noch heute so...), links die Gartenstraße 2, rechts die Altenhainer Straße 8.
(Unter letzterer Adresse firmiert auch die Gastwirtschaft im Erdgeschoss, daher die Einordnung an dieser Stelle im Projekt.)
Die nebenstehende Lithographie lief am 18. Dezember 1917 (als Feldpost). Zu dieser Zeit war Anton Herrmann schon nicht mehr Hauseigentümer. Er war 1910 in Konkurs gegangen, für die von ihm errichteten Gebäude im Viertel “Ostheim” wurde im Juni 1910 die Zwangsverwaltung und Zwangsversteigerung angeordnet. Hauseigentümer wurde bis 1968 Emil Morgner.

Im Laufe der vielen Jahrzehnte wechselten natürlich die Pächter, allerdings recht oft auch der Name des Cafés. Beide Daten lassen sich nicht mit letzter Sicherheit klären.
Erster bekannter Pächter war Richard Reichel, ihm folgte 1924 Alfred Krause. Nebenstehendes Foto aus dem Jahre 1930 zeigt uns den Eingangsbereich der nunmehrigen “Konditorei und Kaffee Krause”. Der Name “Café Ostheim” wurde bis 1925 verwendet.

Jetzt wird es ein bissel verworren. Krause soll das Café bis Ende 1938 bewirtschaftet haben, oben stehende Reklameanzeige aus dem “Chemnitzer Tagesblatt” vom Oktober 1936 benennt uns aber einen Walter Fleischer.
Sicher ist, dass der Konditormeister Wilhelm Hampel das Lokal ab 1939 führte, folgerichtig hieß es nun “Konditorei und Kaffee Hampel”.
Vom Bombenterror am 5. März 1945 blieb das Gebäude verschont, nicht aber das “Restaurant zur Talsperre” in der Hauptstraße 42 (Besitzer Lißner). Dieses Gebäude wurde völlig zerstört und nicht wieder errichtet. Der Name “...zur Talsperre” wurde frei und ab etwa 1946/47 vom Hampel für seine Gastwirtschaft genutzt. Im örtlichen Sprachgebrauch hielt sich aber der Name “Café Hampel”, kaum einer sagte “Café zur Talsperre”.

Links: Ein Blick in den Gastraum um 1925.

Dies änderte sich ab 1968. In diesen Jahr kaufte Werner Rößger das gesamte Gebäude und bewirtschaftete auch das Café, mehr noch, er wandelte dies in eine Speisegaststätte um. Man ging jetzt “zum Rößger”.
Links ein Ausschnitt aus einer Postkarte um 1985.

1999 erwarb Christian Heering das Gebäude. Es wurde saniert und firmiert jetzt unter dem Namen “Hotel-Restaurant-Café zur Talsperre”.
Heering führte das Gebäude auch ins 100. Jahr seines Bestehens, zwischen 15. und 29. September 2006 widmeten sich zwei Festwochen im Hause dem Jubiläum.
Links das Gebäude am 13. Januar 2005.


Altenhainer Allee 8  
vormals "Cafe Ostheim "