Der    hieß auch schon:           

Von seiner Anlegung Mitte der 1920er Jahre bis 1933: August-Bebel-Platz
August Bebel, deutscher Politiker, geboren am 22. Februar 1840 in Cöln-Deutz, Preußen, Provinz Rheinland (Rheinprovinz), gestorben am 18. März 1913 in Passog, Schweiz, während eines Sanatoriumsaufenthaltes.
Gründete 1867 zusammen mit Wilhelm Liebknecht die radikaldemokratische Sächsische Volkspartei, zwei Jahre später - ebenfalls mit Liebknecht - die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP). Mitinitiator an der Vereinigung mit dem Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAPD) 1875. Später zusammen mit Paul Singer Vorsitzender der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) und von 1871-1913 Mitglied des Reichstages (ausgenommen 1881-1883).
Viele Gefängnisstrafen auf Grund seiner politischen Überzeugung: 1870 Hochverrat (Deutsch-französischer Krieg), 1872 Majestätsbeleidigung, 1883 und 1886 im Zusammenhang mit dem Sozialistengesetz Bismarcks.
Von 1933 bis 1945: Adolf-Hitler-Platz
Adolf Hitler, deutscher Politiker, geboren am 20. April 1889 in Braunau am Inn, Österreich, gestorben am 30. April 1945 in Berlin (Selbstmord). Seit 1921 Führer der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP), seit 1933 Reichskanzler des Deutschen Reiches und seit 1934 mit dem Titel „Führer und Reichskanzler“ zeitgleich Regierungschef (Reichskanzler) und Staatsoberhaupt (Reichspräsident/Führer) des Dritten Reiches.
Von 1945 bis heute: August-Bebel-Platz

Adolf Hitler

August Bebel

Hintergrundwissen “Drittes Reich”:
Der Schriftsteller Arthur Moeller van den Bruck beschrieb 1923 in seinem Buch “Das dritte Reich” die autoritäre Utopie einer Verbindung aus Nationalismus und Sozialismus, als sogenanntes “Drittes Reich”, welches die Nachfolge des 1918 untergegangenen Kaiserreichs antreten sollte.
Somit gab es eine
Zählfolge für die bisher bestehenden Deutschen Reiche, welche anfangs von den Nationalsozialisten übernommen, ab 10. Juli 1939 aber aus propagandistischen Gründen nicht mehr verwendet wurde. Nach dem 2. Weltkrieg setzte sich der Begriff “Drittes Reich” für die Zeit zwischen 1933 und 1945 endgültig durch:
Erstes Reich: Heiliges Römisches Reich deutscher Nation 962 bis 1806
Zweites Reich: Deutsches (Kaiser-)Reich 1871 bis 1918 (auch: Bismarckreich oder Kleindeutsches Reich)
Drittes Reich: (Nationalsozialistisches) Deutsches Reich 1933 bis 1945 (ab 1938 nach dem Anschluss von Österreich auch Großdeutsches Reich)
Die Nachfolgestaaten des 1945 untergegangen “Dritten Reiches” waren:
Bundesrepublik Deutschland, Deutsche Demokratische Republik, Republik Österreich
Die Flagge des “Dritten Reiches” (Hakenkreuzflagge)
Die Hakenkreuzflagge war die offizielle Staatsflagge des Deutsches Reiches von 1935 bis 1945. Die Flagge in der bekannten Form gibt es seit 1920, als Adolf Hitler sie als Parteiflagge der NSDAP einführte. Unklar ist bis heute, warum das Hakenkreuz „spiegelverdreht“ verwendet wurde, da die ursprüngliche Form „linksdrehend“ gestaltet ist. Die farbliche Zusammensetzung schwarz-weiß-rot steht im engen Zusammenhang mit der Flagge des untergegangen zweiten Deutschen Reiches. Der eigentlich Begriff ist aber nicht Hakenkreuz, sondern „Swastika“ und kommt aus einer altindischen Sprache. Es bedeutet soviel wie „das, was gut ist“ oder „glücklich sein“. Im Englischen nennt man es auch „Running Wheel“ (das umlaufende Rad), eine weitere deutsche Bezeichnung ist „Sonnenrad“.
Der Ursprung der Swastika ist nicht bekannt. Die Germanen verwendeten es als Symbol für „Thors Hammer“. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es wieder entdeckt und verbreitete sich später vor allem in nationalistischen Büchern, Zeitungen und Illustrierten.
Seit 1945 ist das Hakenkreuz in Deutschland verboten, seiner öffentlichen Darstellung sind sehr enge Grenzen gesetzt (siehe nachfolgenden roten Text) da es durch das ”Dritte Reich” in der westlichen Welt zu einem Symbol für Rassenhass und Faschismus wurde.
Die Hymne(n) des “Dritten Reiches”
 “Das Lied der Deutschen” (1. Strophe) immer zusammen mit dem

 “Horst-Wessel-Lied” (Die Fahne hoch). (Öffentlich Publizierung in Deutschland verboten)

§ 86 StGB Absatz 3 :
(Darstellung statthaft)... wenn das Propagandamittel oder die Handlung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient.



...bis zum 1. Mai 1933. Man betrachte die fast(!) gleiche Aufnahme. Nebenstehende Karte lief 1941.
Längst heißt diese Stelle Adolf-Hitler-Platz, eine politisch tätige SPD gibt es seit 1933 weder in Einsiedel noch sonst irgendwo im Reich.
Links vorbeiführend auch nicht mehr die Reichsstraße, sondern die
Hans-Schemm-Straße.
Bei der Karte wurden lediglich der Himmel und die Bildunterschrift verändert...

...nach oben zum Seitenanfang.

1933, am 1. Mai, dem “Tag der nationalen Arbeit”. An diesem Tage erfolgte in feierlicher Form die Umbenennung des “August-Bebel-Platz” in “Adolf-Hitler-Platz”.
Das Foto (Ingobert Rost) stammt vermutlich von diesem 1. Mai oder wurde 11 Tage früher, bei der Pflanzung der “Adolf-Hitler-Eiche” am 20. April, aufgenommen.
Belegt ist allerdings eindeutig, dass der Platz am 1. Mai 1933 umbenannt wurde.

Hintergrundwissen “1. Mai”:
Der 1. Mai wurde durch die nationalsozialistische Regierung im Deutschen Reich ab 1933 zum "Tag der nationalen Arbeit" und zum gesetzlichen Feiertag erklärt.
Bereits im Jahre 1886 rief die Arbeiterbewegung in den USA zur Durchsetzung des Achtstundentags zum Generalstreik am 1.Mai auf. Daraufhin kam es zu Massendemonstrationen in vielen amerikanischen Industriestädten. In Chicago endeten die Demonstrationen tödlich, als am 3. Mai 1886 vier Arbeiter bei Auseinandersetzungen mit der Polizei erschossen wurden und am nächsten Tag in die Reihen der Polizei eine Bombe geworfen wurde, die acht Polizisten tötete und zahlreiche verletzte. Bei dem anschließenden Aufruhr, der in die US-Geschichte als „Haymarket Riot“ eingegangen ist, wurden mehr als 200 Arbeiter verletzt, die Zahl der Toten ist niemals offiziell bestätigt worden.
1889 wurde dann auf dem Gründungskongress der „Zweiten Internationale“ der 1. Mai als "Kampftag der Arbeiterbewegung" ausgerufen, um der Opfer des „Haymarket Riot“ zu gedenken.
In der deutschen Geschichte des 1.Mai ist der so genannte Blutmai in Berlin 1929 ein bedeutendes Ereignis, welches die Widersprüche zwischen den Parteien KPD und SPD entscheidend verschärfte. Zwischen 1.und 3. Mai 1929 tötete die Schutzpolizei in Berlin in Folge einer Maidemonstration 32 Demonstranten und Anwohner, darunter auch Unbeteiligte. 80 Menschen wurden verletzt. Die Berliner Polizei folgte einer Anweisung des preußischen Innenministers und des Berliner Polizeipräsidenten, welche beide der SPD angehörten. Diese hatten im Vorfeld Demonstrationen am 1. Mai in Berlin verboten, die KPD hatte jedoch weiter zu ihnen aufgerufen.
In kommunistisch geführten Ländern wurde und wird der 1. Mai "Internationaler Kampf- und Feiertag der Werktätigen" genannt.
Seit 1946 ist der 1. Mai als „Tag der Arbeit“ in der Bundesrepublik Deutschland Feiertag.

Der August-Bebel-Platz wenige Jahre nach seiner Anlegung durch die beiden Einsiedler Gärtnereien Otto Schwarz und Moritz Womacka, beide ansässig auf der Feldstraße 3 (heute Gärtnereiweg).
Links am Platz vorbeiführend die damalige Reichsstraße.
Eine seinerzeit starke SPD im Einsiedler Gemeinderat setzte damals den Namen “August Bebel” durch. Und so hieß der Paltz dann...


64 Jahre später, am 20. Juli 2005 zeigt sich uns der Platz mit starkem Bewuchs. Für den Gedenkstein “Ewige Mahner” in der Bildmitte siehe den Artikel “ebenda”.
Nunmehr führt links vorbei die Einsiedler Neue Straße (ex Hans-Schemm-Straße, ex Reichsstraße).

Zwei ergänzende Luftbilder vom
August-Bebel-Platz aus den Jahren 1927 und 2005 finden Sie hier.

 Auswahl August-Bebel-Platz:

 Kurzer geschichtlicher Abriss zum Bau des Platzes und seinen Umbenennungen

 August-Bebel-Platz 1 (“Kreml”)

 August-Bebel-Platz 2 bis 5

 Gedenkstein “Ewige Mahner”

August-Bebel-Platz