Das “Gasthaus zur Friedenseiche”...

...auf einer Fotopostkarte mit
4-fach-Ansicht. Diese Karte lief am 21. September 1941 als Feldpost.
(Vorlage: Jürgen Fritzsche)
Und auch beim Betrachten der weiteren Fotos vom August 2005 stellen wir fest, dass sich nach wie vor im Innern wie im Äußeren des Gebäudes wenig verändert hat. Man setzt also auf Tradition und die Gemütlichkeit eines Dorfgasthofes.



Ein kurzer Abriss zur Geschichte:
1869 ersuchte der Krämer Karl Friedrich Martin beim Gemeinderat zu Berbisdorf um ein Schankgesuch für dieses Gebäude nach, was ihm auch gewährt wurde. Bereits im Folgejahr übernahm sein Sohn die Gastwirtschaft.
Am 27. August 1871 wurde der damalige Dorfteich, welcher schräg gegenüber dem Gasthaus lag, zugeschüttet und aus Anlass des Sieges im Kriege gegen Frankreich die links im Bilde zu sehende “Friedenseiche 1871” gepflanzt. Dieses Ereignis gab der bis dahin “Martinschen Restauration” den heutigen Namen.

Der Parkplatz des “Gasthauses zur Friedenseiche” am 20. August 2005. Vor langer Zeit war an dieser Stelle eine Art Biergarten, der zum Gasthaus gehörte. Ganz links noch zu sehen das Ehrenmal für die Gefallenen von Berbisdorf im ersten Weltkrieg 1914-1918. Davor befand sich an dieser Stelle der 1871 zugeschüttete Dorfteich.
Seit der Landwirt Richard Weigand 1933 das Haus mit den dazugehörigen Feldern kaufte, befindet es sich im Besitz dieser Familie.
Rechts eine Annonce aus dem “Einsiedler Wochenblatt” von 1935. Die “Eingemeindungsfeier” bezieht sich auf die Eingemeindung Berbisdorfs nach Einsiedel. Die offizielle (behördliche) Feier fand allerdings im “Gasthof Lehngericht” statt.

Rechts: Die Berbisdorfer “Friedenseiche 1871” am 20. August 2005.
Berbisdorf hatte im Deutsch-französischem Krieg 1870/71 zwei Tote zu beklagen, den Grenadier Hermann Abendroth und den Jäger Bernhard Schmidt. Beide fielen in der Schlacht bei Sedan (1. und 2. September 1870).

Eine ähnliche Postkarte -sie lief am 10. Mai 1985- zeigt uns, dass sich eigentlich im Laufe dieser 42 Jahre recht wenig geändert hat.
Auch in Einsiedel gibt es eine “Friedenseiche 1871”, die Hintergründe für die Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 sind auf dieser Seite umfassend erklärt.

