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Die eh hieß auch schon:

Von ? bis 1996 : Hauptstraße

Bezeichnenderweise die wichtigste Straße eines Ortes. Aus nördlicher Richtung, vom Chemnitzer Stadtteil Erfenschlag kommend...

...durchquert sie den gesamten Ort in südlicher Richtung bis nach Dittersdorf.

Erfenschlag

Mit der Eingemeindung Einsiedels nach Chemnitz (1. Januar 1997) wurde sie in “Einsiedler Hauptstraße” umbenannt, da eine “Hauptstraße” in Chemnitz bereits existierte und keine Straßen mit identischer Bezeichnung in einer Kommune bestehen dürfen.

Dittersdorf


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Die Zwönitzbiegung in Höhe Hauptstraße Nr. 94 auf einer Fotografie Anfang des 20. Jahrhunderts und reichlich 100 Jahre später, am 20. März 2005.

Das Motiv gab es im gleichen Zeitraum noch einmal als Lithographie auf einer Postkarte.

Hintergrundwissen alte Ansichtspostkarten:
Bei der hier oben abgebildeten Ansichtskarte zeigt sich uns die Rückseite. Bis zum Jahre 1905 durfte auf der Vorderseite nur die Anschrift stehen (siehe oben rechts) und bedingt dadurch nur die Rück- bzw. Bildseite beschrieben werden. Aus diesem Grunde wurde von den deutschen Druckereien (1897 waren das um die 60 im gesamten Deutschen Reich) oftmals auf der Bildseite ein Platz gelassen, wo der Absender einige wenige Worte niederschreiben konnte. Aber wie so oft verkalkuliert man sich mit dem Platz, weil einem ja doch noch dies und jenes einfällt, und so verwundert es nicht, das allzu oft in das Bild hineingeschrieben wurde.
Diese "Gruß aus ...(Einsiedel)...-Karten” sind also bestimmend für den Zeitraum zwischen 1870 und 1905. Erst ab 1905 wurde die geteilte (Rück)-Seite, wie wir sie heute noch kennen, von der Postverwaltung zugelassen. Das Foto geht nunmehr über die ganze Seite und dreht man die Karte, kann man links sich noch immer kurz fassen und rechts den Empfänger bestimmen.
Oben rechts ist noch einmal die Vorderseite der Postkarte abgebildet. Die Karte wurde am 2. November 1903 im Einsiedel aufgegeben und traf bereits einen Tag später beim zuständigen Postamt in Hanau ein, wie uns der Posteingangsstempel verrät...

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Fotopostkarte, gelaufen am 20. November 1935.
Das Bild ist von der Doktorbrücke Richtung Chemnitz aufgenommen worden. Das Haus rechts ist das “Viertel-Lehrer-Haus”. Gegenüber der große Baum in der Bildmitte ist eine Kastanie. Der Giebel unmittelbar dahinter ist das Büro und Wohnhaus der ehemaligen Buchdruckerei Baßler.
Die Firma Karl Baßler war die “Orts-Buchdruckerei”. Beispielweise brachte sie -neben unzähligen anderen Druckerzeugnissen- bereits im Jahre 1899 den (Wander-) “Führer durch Einsiedel und Umgegend” heraus, der acht abwechslungsreiche Touren durch und um den Ort beschrieb.
Bis 1944 wurde hier das “Einsiedler Tageblatt” heraus gegeben, danach wurden bis Mai 1945 die Einsiedel betreffenden Mitteilungen in einer extra Spalte einer Chemnitzer Tageszeitung veröffentlicht, da in Folge den fünften Kriegsjahres die Papierzuteilung weiter gestrafft worden war und Zeitungen mit solch kleinen Auflagen dann das Nachsehen hatten. Der Firma wurde nach dem Kriege -wie kann es anders sein- von der Entnazifizierungswelle erfasst und enteignet. Das Schicksal des Inhabers ist derzeit unklar, es ist möglich, dass er in sowjetischer Gefangenschaft um kam.
Die beiden abgebildeten Gebäude fielen dem Bombenterror vom 5. März 1945 zum Opfer.
(Karte: Antje Hertel, Informationen: Fam. Peter Weber, Manfred Wildfeuer, Ingobert Rost)

Der gleiche Blickwinkel am 14. November 2004. Das ehemalige Werkstattgebäude der Buchdruckerei Basler ist heute die Klempnerei Unger (Hausnr. 48). Gegenüber, auf dem Foto kaum noch zu erkennen, Teile der Vorderfront der Hausnr. 59 (“Taxi-Hertel”) am Standort des ehemaligen Hauses des Lehrers Viertel.

Hintergrundwissen “Doktorbrücke”:
Die vormalige “Richter-Brücke” wurde benannt nach der Berufsbezeichnung des seinerzeit einzigsten Arztes im Ort, einem Dr. Ehinger. Seine Wohnung lag ganz in der Nähe der Brücke.
Der zu DDR-Zeiten kaum gewarteten Brücke wurde mit der immensen Zunahme der Verkehrsbelastung ab 1990 der Todesstoß versetzt. Die völlig verschlissene Brücke wurde 1996 durch das Straßenbauamt zu Zwickau komplett neu aufgebaut.

Die Hauptstraße in Höhe Nr. 90 (Fleischerei Edel), einmal im Winter 1954/55 und rechts 50 Jahre später.
Nach wie vor ist mir völlig unklar, warum heute ständig über den Winterdienst gejammert wird, der früher ja ach so gut war...


Auswahl, sortiert nach der Hausnummer:
(Die Texte in Klammern verweisen auf eine vormalige oder noch gültige Bezeichnung für das betreffende Objekt.)

 1

 3 (Gasthof “Kaiserhof”)

 36 (Tischlerei Otto Weißer)

 42 (“Restaurant zur Talsperre”)

 44

 51 (Friseursalon Belling)

 63

 64

 66 (Post)

 69 (Bäckerei Schönherr)

 70 (Fleischerei Lohmann)

 73

 74 (“Fischer-Schmiede”)

 76 (Lehngericht und Apotheke)

 79 (Rathaus)

 81

 82 (“Modehaus Einsiedel” - Lothar Schlaffke)

 83

 84

 85 (“Restaurant zum Bahnhof”)

 86 (Buchbinderei und Schreibwaren Zickmantel)

 87 (“Destille”)

 88 (C.B. Reinicke)

 89 (Bäckerei Pilz)

 91 und 91a (“Gemüse-HO”)

 93

 95 (“Gasthof Einsiedel”)

 95 (Feuerwache)

Auswahl, sortiert nach der Hausnummer:
(Die Texte in Klammern verweisen auf eine vormalige oder noch gültige Bezeichnung für das betreffende Objekt.)

 97 (“Riedels Erben”)

 102 (Bäckerei Frohs)

 112

 119 (“Roscher-Häusl”)

 120 (Restaurant “Schützenhaus”)

 124 (“Kempe-Maler”)

 125 (Stellmacherei Reichel)

 127

 133 (“Drei Eichen” / Kultursaal “20. Jahrestag”)

 144 (Einsiedler Brauhaus)

 148 (Wohnhaus der Brauerei, siehe ebenda)

Auswahl, sortiert nach Ansichten und Aussichten auf der Einsiedler Hauptstraße:

 Blick von der “Doktorbrücke”

 Die Einsiedler Weihnachts-Pyramide

 Friedenseiche 1871

 Teuerungseiche und Gräfin von Löwenhielm (v. Düben)

 Höhe Nr. 90

 Höhe Nr. 94


Einsiedler Hauptstraße