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Der Altbau wurde 1909 durch einen Saalanbau erweitert, der nun die Möglichkeit bot, auch Vereins- und Tanzvergnügen durchzuführen.
Noch weit, weit in die DDR-Zeit hinein war auch der Name “Schützens” für das Objekt ein Begriff. Er rührte vom Namen “Max Schütz” her, welcher der ehemalige Besitzer war.
Links:
Fotopostkarte Ende der 1920er Jahre.
Unten:
Links eine Lithografie (Richtung Bühne), rechts eine Fotopostkarte. Sie zeigen uns die Innenansichten des Saales.
(Vorlagen: Ulrich Piqué)

Rechts:
Lithographie aus dem Jahre 1910.

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Lithographie, gelaufen als Postkarte am 1. November 1912.

Innenansicht der Gartenveranda 1930.

Nach dem 2. Weltkrieg wagte das kulturelle Leben in Einsiedel im „Drei Eichen“ wieder einen neuen Anfang - war doch hier der letzte große Saal, der nach dem Bombenterror im Ort noch verfügbar war.
Für 2,50 Reichsmark Eintritt präsentierte das „Orchester Max Tennert“ 1947 einen “Abend bei Franz Lehar und Paul Lincke”. Ebenso wurde das Haus auch als Kino und für Vergnügungen (z.B. Feuerwehr) genutzt, kurz nach dem Kriege sogar für Gottesdienste, bis die Notkirche 1948 geweiht wurde.
Groß blühte der Saal zu den Feierlichkeiten “700 Jahre Einsiedel” auf. In der Festwoche vom 26. Juni bis 3. Juli 1955 gaben sich viele Einsiedler Vereine und Laienspielgruppen auf der Bühne in “Drei Eichen” ein Stelldichein und zeigten eindrucksvolle Darbietungen :

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Die Eröffnungsveranstaltung zur
700-Jahr-Feier am Samstag,
den 25. Juni 1955:

“Einsiedel - bunt und heiter”.

Spielszene aus der Operette
“Maske in Blau”.
Präsentiert wurde daraus das Musikstück:
“Die Juliska aus Budapest”
...gleich noch mal anhören:

Am Donnerstag, den 30. Juni 1955 um 16:30 Uhr und um 20:00 Uhr wurde das Theaterstück “Der Stülpner Karl”
aufgeführt.

Viele weitere Daten und Fotos zur
700-Jahr-Feier finden Sie auf der Seite “Feste-Umzüge-Jubiläen”.

Hintergrundwissen Karl Stülpner:
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ichtiger Name: Carl Heinrich Stilpner. Geboren am 30. September 1762 in Scharfenstein, Sachsen, gestorben am 24. September 1841 ebenfalls in Scharfenstein. Stülpner war ein erzgebirgischer Volksheld, legendenumwobener Wildschütz, Schmuggler, Fabrikant und Lebenskünstler. Er war und ist eine der bekanntesten und zugleich umstrittensten Personen des Erzgebirges. Allgemeine Bekanntheit erreichte er als verwegener Jäger und Beschützer der Armen. Es ist jedoch nicht alles, was in Romanen und volkstümlichen Theaterstücken ihm zugeschrieben wird, tatsächlich belegt.

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Der Saal im Laufe der Zeiten oder besser der Systeme. Die Dekoration bedarf gar keiner großen Änderung...ein paar neue Fahnen und es gibt gleich ein anderes Bild...
(Fotos: Doris Großmann)

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1959, geschmückt für die Festveranstaltung 80 Jahre Freiwillige Feuerwehr in Einsiedel.
(Foto: Doris Großmann)

(Vorerst) eine der letzten großen Veranstaltungen, Silvester 1963.
(Foto: Doris Großmann)

Die Bausubstanz des Saales verschlechterte sich in den 1950er Jahren immer mehr, die Verhältnisse konnten aber vom Eigentümer aus finanziellen Gründen nicht behoben werden. Aus diesem Grunde wurde „Drei Eichen“ 1964 von den Behörden geschlossen. Eine große Ära endete hier - wenige Jahre später sollte eine Neue beginnen:

Der Kultursaal “20. Jahrestag der DDR”

Die Einsiedler modernisierten den „Lichtspielsaal“ in Eigenleistung und fünf Jahre später, am 6. Oktober 1969, konnte dieser wieder eingeweiht werden. Passend zum Jubiläum am folgenden Tage erhielt dieses neue Einsiedler Kulturhaus den Namen „20. Jahrestag der DDR“. Aber natürlich sprach das keiner so aus, man ging „auf den Saal“...
...der in den 1970er Jahren so aussah:

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Die Gast- und Schankwirtschaft
„Drei Eichen“ in der Hauptstraße 133 auf einem undatiertem Foto, wahrscheinlich aus den 1920er Jahren. Der Altbau direkt an der Straße wurde etwa um 1832 erbaut.
(Foto: Ulrich Piqué)

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Einladungsschreiben zum Kirmesball. Leider fehlt hier eine Jahresangabe völlig. Es gibt vier realistische Möglichkeiten: 1925, 1931, 1936 und 1942 waren Jahre, wo der 1. Oktober auf einen Donnerstag fiel. (Druck: Karl Basler, Einsiedel)
(Vorlage: Ulrich Piqué)

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Unten: Werbeanzeige in der Beilage zum “Chemnitzer Tageblatt” im Oktober 1936.

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Drei Kinder von Max Schütz führten die Wirtschaft nach dessen Tod weiter.
Von links: Walter, Martha und Marie Schütz. Aufnahme vermutlich aus den 1950er Jahren.
(Foto: Ulrich Piqué)

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Das Foto zeigt den Bauzustand in Jahre 1975 und wurde vom Turm des Brauhauses aus aufgenommen.
(Foto: Peter Hollstein)

Nach 1990 war der Gemeinderat nicht bereit, das Gebäude zu veräußern. Im ersten Drittel der 1990er Jahre gab es eine Vielzahl von privaten Investoren, die das Gebäude durch Sanierung und Erweiterung einer weit intensiveren Nutzung als bisher zugeführt hätten. Durch die oben erwähnten Eigenleistungen der Einsiedler Bürger Ende der 1960er Jahre war die Gemeinde aber der Meinung, das Gebäude aus moralischen Gründen nicht verkaufen zu können. Allerdings ließen die ständig größer werdenden Bauschäden auch keinerlei Nutzung mehr zu. Schließlich war man dann doch zum Verkauf bereit. Am 16. August 1995 wurde beschlossen, Gebäude und Grundstück für 250.000 DM zu veräußern. Nun fand sich für das heruntergewirtschaftete Gebäude aber kein Käufer mehr. Am 9. Oktober 1996 beschloss der Gemeinderat schließlich den Abriss, der dann im Dezember 1996 erfolgte. Heute sieht es da so aus (Foto vom 15. Januar 2005):

Die Abrissarbeiten, 17. Dezember 1996.
(Foto: Peter Hollstein)

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Ganz verschwunden ist der Name ”Drei Eichen” aus Einsiedel allerdings nicht. Der unmittelbar hinter den ehemaligen Objekt liegende Fußballplatz trägt noch heute den Namen “Sportplatzanlage Drei Eichen”. Der Einsiedler Fußballverein “SV Viktoria 03” nutzt dieses Spielfeld seit 1909, als es dem Verein von Max Schütz zu Verfügung gestellt wurde, aber das ist eine andere Geschichte...

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Eine Frauen-Fußballmannschaft auf dem Einsiedler Sportplatz “Drei Eichen”.
Foto aus den 1970er Jahren.
(Foto: Torsten Richter)

Diese Seite beschreibt sowohl das Gasthaus “Drei Eichen” als auch den Kultursaal “20. Jahrestag der DDR”.

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Der Altbau von 1832 in einer Nachtaufnahme. Dieses Gebäude wurde bereits um etwa 1980 herum abgerissen.
(Foto: Haus & Grund Einsiedel)

Eine der ersten Veranstaltungen im modernisierten Hause waren die Feierlichkeiten zum 90jährigen Jubiläum der “Freiwilligen Feuerwehr” 1969.
(Foto: Jürgen Krauß)

Neben dem obligaten Kino gab es freilich wieder jede Menge anderer Nutzungen, einige wenige Beispiele will ich nun nachfolgend in einem kurzen Abriss aufzeigen.

Im Juni 1972 gab es eine sogenannte “Leistungsschau der Südgemeinden”. Ortschaften also, die südlich der Bezirksstadt Karl-Marx-Stadt lagen und hier die Errungenschaften ihrer sozialistischen Produktion und Leistungsfähigkeit präsentierten. (Das war jetzt nicht negativ gemeint!). Neben Einsiedel waren die Orte Dittersdorf, Burkhardtsdorf, Neukirchen, Kemtau, Adorf und Klaffenbach vertreten.
Es gab nicht nur die Ausstellung von Konsumgütern, sondern ebenso Kurzfilmvorführungen, Diavorträge, Kindermodenschauen und auch der Heimatfilm zur 700-Jahr-Feier von 1955 wurde zweimal gezeigt.
(Fotos: Erich Hertel)

Eine ganz andere Motivation hatten die Besucher des Kultursaales sechs Wochen später, die Silvesterveranstaltung 1972 war bis auf den allerletzten Platz ausverkauft. Selbst auf der eigentlichen Bühne befanden sich Tische (Foto links). Für die beiden Musikkapellen wurde eine Hochbühne eingerichtet (Foto rechts). Unter dieser Bühne befand sich der Zugang zu den Toiletten. Es spielten auf die Einsiedler Kapelle “Menuett” und eine Blasmusikgruppe aus Olmütz (Mähren).
(Fotos: Erich Hertel)

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Am 18. November 1972 (einem Samstag) gab es eine politische Veranstaltung, ich denke, die abgebildete Eintrittskarte hat genug Aussagekraft. Hinzuzufügen wäre vielleicht noch für den jüngeren Leser, dass mit ”unserer Partei” die SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands) gemeint ist.
(Vorlage: Bernd Obermaier)

Innenansichten um 1980 (Fotos: Jürgen Krauß). Neben „normalen“ Tanzveranstaltungen für die ältere Generation gab es auch Disco (inclusive häufiger Schlägereien) oder auch “Jugendtanz”, wo live gespielt wurde. Nachfolgend hat uns der ehemaliger Bandleader der Gruppe “Vox”, Frank Irmscher, in seinem Buch “Irmis Weg von Ost nach West” einen interessanten Einblick in eine solche Jugentanzveranstaltung im Kultursaal gegeben...:

Zehn Jahre später:
In der Abendstunden des 2. Oktober 1990 gab es den „Tanz in die Einheit“ und bald darauf trat das Gebäude sein letzten Gang an.

Links die Gruppe “Vox”. Sitzend der Bandleader Frank Irmscher.
Oben: “Vox in Concert” in Einsiedel am 5. Juli 1980.

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...Die Zeit lief uns einfach davon, da am 5. Juli 1980 unser erster großer Jugendtanz im Kultursaal “20. Jahrestag” in Einsiedel stattfinden sollte. Das war ein bekannter “Rockschuppen” und wir konnten uns schon etwas einbilden, in diesem Haus eine “Mugge” bekommen zu haben.

Der 5.7.1980
Auch das noch. Ein total verregneter Tag. Das fängt ja gut an. 14.00 Uhr Treffpunkt „GERMANIA“ und verladen der Anlage. Abfahrt – Aufbau – Soundscheck- alles o.k.
Totale Erleichterung!
Noch schnell eine Drink zur Beruhigung. Einlass, 18.00 Uhr auf die Bühne und los ging es.
Im Nu sprang der Funke zum Publikum über. Wir gaben alles. Unser neues Programm hatte mit der ersten Runde sofort eingeschlagen. Die neue „PA“ brachte auch den entsprechenden Sound! (Outward Bound von Wishbone Ash, Black Night von Deep Purple und unsere 3 „AC/DC-Renner“.)
Die Tische waren so gestellt, dass die „Massen“ direkt bis an die Bühnenkante saßen. Sie konnten uns die Schnürsenkel aufmachen, wenn sie es wollten.
Die neue Lichtanlage heizte zudem die Bühne so sehr auf, dass wir uns bald wie in die „TROPEN“ versetzt sahen. Da mussten wir durch. eh133 Wir bekamen Getränke angeboten, die nicht alle in den Hals passten. Der Saal kochte und war ausverkauft!
Was wollten wir mehr, auch wenn der Schweiß in Strömen floss. Nach der „großen Pause“ des Abends bekam Irmi plötzlich einen kleinen „Blackout“ auf der Bühne (die „Wärme“ und der „Alk“ taten ihr übriges und schlugen knallhart zu).
Bei einer „Bühnenaction“ stieß Irmi seinen Verstärker von der Box, wollte ihn gerade wieder hochhieven, als er das Übergewicht verlor und mit gesamter Gitarre noch die Box umschmiss und kopfüber in den hinteren Bühnenvorhang “abtauchte“. Das war’s dann erst mal! Die anderen mussten ja weiter spielen, nur eben ohne Irmi, denn der lag hinter der Bühne. Dem Publikum hat das Schauspiel gefallen,...

Zitiert aus dem Buch „Irmis Weg von Ost nach West“ mit freundlicher Genehmigung des Autors Frank Irmscher, der auch die beiden „Vox-Fotos“ unten und die Annonce rechts zur Verfügung stellte.


Einsiedler Hauptstraße 133  
Gast- und Schankwirtschaft "Drei Eichen"