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Das Gebäude Hauptstraße 51 etwa um 1920.

In dieser Zeit arbeitete hier der “Plätt-Uhlig”.
Dabei handelte es sich um eine Wäscherei, eine Wäschemangel wurde ebenfalls betrieben.
Die Arbeitsräume waren im Anbau, auf dem Foto gut zu erkennen. Noch im Jahre 2007 finden wir die Maschinen am gleichen Ort...die Zeit scheint stehengeblieben zu sein.

Beginnen wir also eine kleine Reise - zurück in die “gute, alte Zeit”...

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Gleich neben der Eingangstüre finden wir das erste Relikt: eine Zählertafel aus dem Jahre 1912. Ab 1911 war elektrischer Strom in Einsiedel verfügbar. Vielleicht herrschte damals auch Anschlusszwang und es war für die Hausbesitzer sicherlich eine ebenso große finanzielle Hürde wie heutzutage der Kanalanschluss.

Heute bin ich dankbar für das Hinweisschild, das irgendwer am Zählerplatz hinterlassen hat...

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Unübersehbar die nächste, die größte Maschine, die im Anbau steht: eine Wäschemangel.

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Der Hersteller auf dem Fabrikationsschild ist problemlos lesbar.

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D.R.G.M. - “Deutsches Reich Gebrauchs-Muster”
Dieses Kürzel wurde für Dinge verwendet,
die man nicht patentieren konnte.
Sonst wäre die Abkürzung D.R.P. “Deutsches Reichspatent”
Durch das D.R.G.M. sollten die Rechte des Urhebers gewahrt werden. Diese waren gegebenenfalls auch einklagbar. Also wir sehen, Plagiate gab es schon früher und die Firma Paul Thiele wusste sich zu schützen.

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Folgen wir den Transmissionsriemen, führen diese uns in einen weiteren Raum mit allerlei Waschmaschinen. Direkt an die Transmission angeschlossen ist die nebenstehende Maschine...die Funktion, die sie einst ausübte, ist für mich nicht erkennbar. Das Fabrikationsschild ist noch lesbar:
Ernst Herrschuh Mangelfabrik Chemnitz i.S.

Gleich daneben eine weitere - “neuere”- Waschmaschine.
Und links dahinter wieder so ein rätselhaftes Gerät...

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Also ich glaube, einen solchen Kessel für Kochwäsche kennen noch viele von uns. Auch ich sehe noch meinen Großvater in den frühen 1970er Jahren den Ofen unten anfeuern und meine Großmutter mit einen dicken Holz die Wäsche im Emaillekessel stampfen...

So, jetzt weiter zu Geschichte des Gebäudes:

Später bezog die “Kosa” die Geschäftsräume, der genauer Zeitraum lässt sich allerdings nur schwer fixieren. Ich vermute das Foto stammt aus den 1930er Jahren.

Im Adressbuch von 1926/27 finden wir die Kosa in Einsiedel noch nicht, wohl aber nach wie vor den Namen Uhlig unter der Hauptstraße 51.
Der Altwarenhändler Otto Uhlig betrieb zu dieser Zeit im Hause sein Geschäft, auch der Hilfsweichenwärter Hermann Uhlig war hier gemeldet.

Bei der Kosa selbst handelte es sich um einen Filialbetrieb, man verkaufte Süßwaren in allerlei Variationen, vor allem Schokolade.
Die Kosa war reichsweit tätig.

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Nach 1945 zog der Damen- und Herrenfriseur Ernst Belling hier ein.
Er war vorher in der Hauptstraße 47, dieses Gebäude wurde allerdings ein Opfer des alliierten Bombenterrors im März 1945.

Links ein Belegschaftsfoto, wohl Ende der 1940er/Anfang der 1950er Jahre. Nach dem Tod Ernst Bellings übernahm sein Sohn Herbert die Geschäfte, nach dessen Tod 1971 seine Witwe Gertrud.

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Am 14. Februar 1989 übernahm Andrea Hamar in selbständiger Regie den Salon von Gertrud Belling, die die Geschäfte bis weit übers siebzigste Lebensjahr hinaus geführt hat. Andrea Hamar hatte 1972 bei den Bellings als Lehrling angefangen.
Die Fotos links und oben zeigen uns auch gleich mal die angenehmen Seiten des neuen “Chef-Seins”:
kassieren und Kaffee trinken...
(Fotos: Andrea Hamar)

Eines von vielen Glückwunschreiben zur Geschäftseröffnung. Die “Konsumverkaufstelle 307” befand sich in Gebäude gegenüber, Hauptstraße 44.
(Vorlage: Andrea Hamar)

Der Salon im Sommer 1989.
(Fotos: Andrea Hamar)

Umfangreiche Umbauarbeiten im Jahre 1996...

...brachten dem Salon in ein zeitgemäßes Ambiente.
(Fotos: Andrea Hamar)

Das 10jährige Geschäftsjubiläum 1999.
(Foto: Andrea Hamar)

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Das äußerlich fast unveränderte Gebäude am 1. Februar 2007.

Einsiedler Hauptstraße 51
vormals "Kosa", später Friseur Belling