
Für das Grundstück Einsiedler Hauptstraße 70 liegen bisher nur wenig Daten vor. Auch Fotos, die das Gebäude in seiner Gesamtheit abbilden, sind rar gesät. Dafür gibt es wenigstens einige Bilder, wo Teile des Hauses erkennbar sind.
Eine Fotografie um 1910. Im Hause betrieb der damalige Eigentümer Oswald Lohmann sein “Fleisch-, Wurst- & Aufschnitt-Geschäft”. Im Hintergrund im Hof das Schlachthaus, oben das Gebäude Kirchgasse 5 (heute Drews).


Ein Blick vom Treppenaufgang der Kirche in den 1920er Jahren. Im Vordergrund links das Kantorat, rechts die Bäckerei Enzmann, Am Plan.
Bei dem Gebäude dahinter handelt es sich um die Lohmann´sche Fleischerei. Links daneben die Hauptstraße 68, heute “Fröhlich Elektronik”.
Auch diese Aufnahme stammt aus den 1920er Jahren. Sie zeigt uns nochmals die Linde vor der Fischer-Schmiede in der Hauptstraße 74. Dahinter erkennen wir den Giebel der Nr. 70.
Bei meinen Recherchen stieß ich noch auf diese Annonce aus dem “Einsiedler Wochenblatt” von 1935: 
Zu diesem Zeitpunkt firmierte im Hause also noch der Friseursalon Meyer, ob als Nachfolger der Fleischerei Lohmann oder zusätzlich zu dieser wird noch rauszufinden sein...



Das Hauptgebäude Hauptstraße 70 ging am 5. März 1945 im Bombenhagel unter. 1952 künden noch reichlich Trümmer davon, dass hier einstmals ein Gebäude stand. Die unverputzten Gebäude im Hintergrund sind Wohnhaus und Beschlagschuppen und Scheunenreste von Nr. 74.
Wie bei so vielen Einsiedler Gebäuden wurden nach dem Krieg die weniger zerstörten Nebengebäude statt der Hauptgebäude wiedererrichtet (Hauptstraße 85, 93...). So auch hier. Das hintere Schlachthaus wurde - mittlerweile mit Pultdach - zum Wohnhaus ausgebaut. Der südliche Schuppen wurde noch lange Zeit als solcher benutzt. Oben links eine Aufnahme Ende der 1960 Jahre, vorne das Nebengebäude von Nr. 68, was heute in dieser Form auch nicht mehr existiert, in der Bildmitte das Grundstück der Nr. 70. Rechts eine Aufnahme vom 3. März 1962, der vormalige Standort des Hauptgebäudes ist jetzt Garten, am rechten Bildrand ist das nunmehrige Wohnhaus zu erkennen. Wie eingangs beschrieben...viele einzelne Segmente von Nr. 70, aber leider kein Komplettfoto...
(Fotos: Andreas Wildfeuer)


Grundstück und Wohnhaus am 18. Mai 2005. Ein Teil der Erdgeschossfläche wurde im Winter 2006 ausgebaut und beherbergt seit 1. April 2006 das Reisebüro von Elke Haubold.
Zu der Frage: “Wo liegt eigentlich die Hausnummer 72?”, lässt sich folgendes feststellen: Es handelt sich dabei um die Scheune, die hier unmittelbar hinter der Linde steht. Schon vor ewigen Zeiten ist dieses früher unbebaute Grundstück durch Kauf an die 74 angeschlossen worden.
