
Links eine Lithografie zwischen 1910 und 1920, rechts der gleiche Blickwinkel, nur diesmal als Foto aus den 1930er Jahren.
Anfangs wurde die “Restauration zum Bahnhof” von einem Bernhard Hartmann betrieben wurde, später kaufte Frau Frieda Kürsten (...die Schwiegermutter von Hermann Brühl) Haus und Gaststätte und betrieb sie weiter.
(Fotos und Daten: Christina Brühl)
Beim Bombengriff am 5. März 1945 wurde das Gebäude Hauptstraße 85 völlig zerstört. Nach dem Kriege wurde das weniger in Mitleidenschaft gezogene Hintergebäude für Wohnzwecke wieder hergerichtet. Im Erdgeschoß eröffnete die Gaststätte neu. Vom ehemaligen Hauptgebäude blieb lediglich der Keller (bis heute) bestehen. Auf der Grundfläche des zerstörten Hauptgebäudes wurde ein lagerraumähnlicher Anbau errichtet. Der Gaststättenbetrieb ging bis etwa 1968/69 und wurde dann zu Gunsten eines Getränkehandels aufgegeben. Erweiterungen für diesen Getränkehandel erfolgten 1985 bis 86, in dem der nach dem Krieg errichtete Anbau vergrößert wurde. Noch heute wird der Getränkehandel in diesen Räumen betrieben.
(Kerndaten: Christina Brühl)


Ende der 1950er Jahre. Der Giebel rechts gehört zu Hausnr. 83, ganz rechts, hinter dem Verkehrsschild ist der neu errichtete Anbau auf der Stellfläche des ehemaligen Hauptgebäudes zu erkennen.
(Foto: Torsten Richter)
Die gleiche Stelle am 14. September 2004.
Was der Großvater noch wußte oder die Geschichte am Rande...:
In einer Zeit, als Fernsehgeräte noch fast unerschwinglich waren, hatte das Einsiedler “Kneipenleben” natürlich einen ganz anderen Stellenwert als heute. Montags gab´s im “Gasthaus zum Bahnhof” immer die “Sportler-Nachlese”. Das war vor 1959, also bevor das “Sportlerheim” am 31. Mai d. J. eröffnet worden war. Man spielte Sonntags und trank Montags, ab 1. Juni 1959 waren die Wege kürzer und man konnte das Trinken unmittelbar nach Spielende beginnen, da der Spielausgang dafür völlig ohne Bedeutung war...
Auch immer aktuell: Skat spielen. Ein Quartett waren Walter Edel (Fleischermeister), Erich Ölsner (Schuster), Karl Swarowski (“Sauschneider”...aber das durfte man nicht sagen, es hieß “Staatlich geprüfter Kastrierer”) und letztendlich Fritz Grass (Fuhrunternehmer). Selten war es, das alle vier zugleich da waren. Man spielte “Bierlachs” in eine Kasse. Wer fehlte, der musste für einen Ersatzmann aufkommen. Das bedeutete, für diesen 1 Bockwurst und 2 Pilsner zu bezahlen und für eventuelle Spielverluste des Ersatzmannes war auch noch aufzukommen. Den Ersatzmann selbst griff man sich aus den anderen zahlreichen Anwesenden. Man musste nie zu dritt spielen...


Ende der 1950er Jahre. Links gut zu erkennen, dass zu Wohnzwecken wieder errichtete ehemalige Neben-/Hintergebäude.
(Foto: Torsten Richter)


Werbeanzeige aus dem “Einsiedler Wochenblatt” 1935.
Die “Gaststätte zum Bahnhof” ist nicht zu verwechseln mit der “Bahnhofsgaststätte respektive Reichsbahnwirtschaft Einsiedel”, diese befand sich direkt im Bahnhofsgebäude.
Oben zwei Werbeanzeigen aus einer Beilage des “Chemnitzer Tageblattes” vom Oktober 1936.
Nach dem Wiederaufbau des zerstörten Bahnhofsgebäudes wurde die darin befindliche Gaststätte ebenfalls von der Familie Hermann Brühl betrieben, wie uns diese Werbeanzeige in der Festschrift zur 700-Jahr-Feier von Einsiedel 1955 verrät:





Das “Restaurant zum Bahnhof”, Hauptstraße 85 auf einer Fotografie aus den 1930er Jahren.
(Foto: Christina Brühl)

Links: Postkarte aus dem Jahre 1923.
Das Restaurant verfügte über eine lange Tradition. Links eine Lithografie vom 16. November 1898, rechts eine Postkarte vom 6. Mai 1911. (Lithografie: Hans-Christian Günther)
Der Namen für dieses Wirtshaus schwankte immer mal: “Restauration, Restaurant, Gasthaus, Gaststätte”...die Konstante waren dann die Schlussworte, die hießen immer: “...zum Bahnhof”.
Das Foto stammt wohl aus den frühen 1920er Jahren. Es zeigt vermutlich den Spediteur Fritz Lohs (oder Lohse). Er war der Vorbesitzer der uns später als “Kohlen-Helbig” bekannten Kohlenhandlung in der Berbisdorfer Straße 35.
(Foto: Christina Brühl

In den Jahren 1993-94 erfolgten am Gebäude weitgehende Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen.
Foto vom 14. September 2004.
