Seit etwa 1885 befand sich in dem Gebäude das Fotoatelier von Hermann Förster. Aus diesem Grunde erfolgte am westlich liegenden Flügel später ein der Anbau eines großen Glashauses, also eine Art Wintergarten. Dies diente dazu, um auch bei schlechter Witterung entsprechende Fotografien, in erster Linie Porträtaufnahmen, zu fertigen (Lichteinfall). Das Geschäft mit der Fotogefie sollte noch viele Jahrzehnte im Hause verbleiben.
Die Zeichnung oben zeigt die Rückseite eines Fotos, einen Werbedruck auf einer festen Unterlage aus Pappe, mit dem die Aufnahme stabilisiert und gleichzeitig die entsprechende Reklame “gestreut” wird.
(Vorlage: Andreas Wildfeuer)

Eine typische, professionelle Porträt-Aufnahmen von Hermann Förster etwa aus den Jahren 1905/1906. Dargestellt ist die später auf der Berbisdorfer Straße wohnende Einsiedler Bürgerin Helene Andree, geb. Stoll. Auch hier Reklame auf der Rückseite: “Atelier für moderne, künstlerische Photographie. Prämiert: Dresden 1901 und Leipzig 1904.” Text unten: “Die Platte bleibt zum Nachbestellen aufbewahrt. Vergrößerungen nach diesem sowie jeden anderen Bilde in feinster Ausführung.”
(Foto: Jörg Herrmann)

Noch eine Porträt-Aufnahme Hermann Försters. Hier wollen wir uns erst der Rückseite widmen, zeigt sie doch die Eingangs der Seite “Harthauer Weg” beschriebene, ehemalige Straßenbezeichnung “Kirchgasse (1)”.
Die Vorderseite rechts zeigt uns eine Frau Neubauer, auch sie stammte aus Einsiedel und wohnte vermutlich in der Schusterei Roth, “Am Plan”. Sie verstarb früh, weitere Daten sind derzeit nicht bekannt.
(Foto: Heinz Mütze)

Anzeige aus der Festschrift “700 Jahre Einsiedel” von 1955.

Das Gebäude im Sommer 1959. Nach wie vor beherbergt die Hausnr. 1 ein Fotoatelier, Inhaberin zu dieser Zeit ist Ingeburg Löffler. Diese war vorher bei Ludwig Roux beschäftigt und betreibt nunmehr das Geschäft im 1. Stock des Hauptgebäudes, da der oben beschriebene “Wintergarten” seit dem Bombenangriff 1945 nicht mehr existierte und auch nach dem Kriege nicht neu errichtet worden war.
 

Das Wohnhaus Harthauer Weg 1 links Anfang der 1960er Jahre und rechts in einer Aufnahme von 1986. Das Hauptgebäude ist seit 100 Jahren äußerlich fast unverändert, der mittlere Teil des Seitenflügels wurde umgebaut, der “Wintergarten” ist nunmehr eine Art “Hoch-Terrasse”. Auf beiden Fotos ganz links zur erkennen die “Friedenseiche 1871”. Die Frau auf dem Foto links ist Erika-Katherina Roux, geborene Bruhm und war die jüngere Tochter des Oberförsters Richard Bruhm. (Der Vollständigkeit halber sei angemerkt: Die ältere Tochter hieß Marianne.)
(Fotos: Andreas Wildfeuer, Daten: Manfred Wildfeuer)

Harthauer Weg 1 am 1. September 2004. Wie die meisten Einsiedler Gebäude ist auch dieses seit 1990 umfassend saniert worden. Die äußerliche Gestaltung wurde dabei nicht verändert.

Der Seitenflügel wird heute nur noch zu Lagerzwecken genutzt. Die “Hoch-Terrasse” ist geblieben (1. September 2004).

Das Gebäude Harthauer Weg 1

ist mit einem Baujahr um 1850 eines der ältesten, heute noch stehenden Gebäude im Ort. Das Foto zeigt uns den Zustand etwa um 1890. Die links zu sehende “Friedenseiche” wurde 1871 gepflanzt, insofern lässt sich der Aufnahmezeitpunkt einigermaßen datieren.
(Foto: Manfred Wildfeuer)

Nach Hermann Förster übernahm ein Ludwig Roux das Geschäft. Dieser stammte aus Leipzig und wohnte fortan in Einsiedel, da er eine der beiden Töchter des Oberförster Bruhm (siehe “Fischzuchtgrund”) geheiratet hatte.

Die Anzeige stammt aus dem “Einsiedler Wochenblatt” aus dem Jahre 1935.

Das Schaufenster unten rechts gehörten schon seit vielen Jahren zu Malermeister Ernst Preißer, der einige der Erdgeschoßräume damals als Verkaufsraum, Büro und Lager nutzte.

Werbeanzeige im “Einsiedler Wochenblatt” 1935.


Harthauer Weg 1