Die Hexenfeuer (wenn -wie in Einsiedel- Hexen vorhanden, ansonsten Höhenfeuer) werden in weiten Teilen Deutschlands am 30. April gefeiert. Alten Traditionen folgend, will man damit die “Bösen Geister” vertreiben.
Zu DDR-Zeiten waren diese Geister hier in der Gegend ausgerottet, aber seit der Wende sind sie wieder da und man versucht nun hier im Ort immer wieder aufs Neue, diesen Herre zu werden. Seit die deutsche Inquisition nach der Reformation “nichts mehr macht”, muss man sich halt um alles selber kümmern...
Veranstalter des Spektakels ist die Einsiedler Feuerwehr und der Ortschaftsrat. Nachfolgende Fotoserie aus dem Jahre 2006 soll hier stellvertretend für die alljährlich stattfindenden Einsiedler Höhen- oder Hexenfeuer stehen.



Links die alljährliche Bekanntmachung für das Höhenfeuer “An der Pappel”, oben die diesjährige Hexe. Die Bereitschaft “Hexen herzustellen”, ist in Einsiedel groß, Feuerwehr und Ortschaftsrat können sich über reichlich Zuspruch freuen.

Wie jedes Jahr Treffpunkt an der Friedenseiche um 19:30 Uhr, dann setzt sich die ganze Prozession in Bewegung, das Feuerwehrfahrzeug mit dem “Opfer” voraus.


Harthauer Weg Ecke “Rollbahn/Plattenweg” zur Pappel.


Während der Einsiedler Zug noch Höhenmeter erklimmt, ist die Berbisdorfer Abteilung längst da...


Der Holzhaufen wurde freilich schon Tage eher aufgeschichtet, so dass die Hexe nunmehr einen noch höheren Aussichtspunkt erhält. Also erst mal abladen...


...Leiter anlegen,......................................................................Hexe hoch bugsieren...



...und schön festmachen!
Wenn wir uns derweil umschauen, sehen wir, dass man in Dittersdorf auch soweit ist.

Es ist noch nicht ganz 20:30 Uhr (dafür aber “Affen-kalt”!), also kann man die Zeit für einen Besuch der Imbissbuden nutzen.


Um der ganzen Veranstaltung ein gewisses mittelalterliches Flair zu geben oder dass der “Mob” nicht etwa die hohen Weihestätten der eigenen Biertisch-Garnituren erstürmt, haben Feuerwehr und Lokalfernsehen Einsiedel eine mehr oder weniger kunstvolle Wagenburg erbaut...

Pünktlich 20:30 Uhr wird aber dann der ganze Stapel angezündet...






...und in Dittersdorf, Erfenschlag und Weißbach auch.

Regen am Vortage und ein stetiger Südostwind sorgten für ordentlich Qualm, der beständig Richtung Chemnitz zog.
Ich kann an dieser Stelle nur meiner Hoffnung Ausdruck geben, dass es in dieser Nacht keinen von den ganz harten Umwelt-Lobbyisten wegen Feinstaub dahingerafft hat!

Werfen wir nun noch mal einen Blick nach Dittersdorf................und mittlerweile auch nach Reichenhain.








2006 wurde die Hexe erstmals nicht von den Flammen erfasst, sondern kippte nach langem Standhalten kopfüber hinein.

Der Höhepunkt ist vorbei, noch lange werden die Flammen brauchen, bis sie den ganzen Haufen verschlungen haben.

Für mich wie für einige andere ist es Zeit, nach Hause zu gehen, nicht ohne vorher noch einen Blick nach Dittersdorf zu werfen...

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