
“Pedalritter”. Aufnahme eines (Einsiedler?) Radfahrervereins. Der Mode nach zu urteilen stammt diese Aufnahme von vor 1914.
Im Hintergrund läßt sich der genaue Standort des Denkmals nun besser analysieren. Links davon die “Fischer-Schmiede” (Hauptstr. 74), rechts das Gebäude Hauptstr. 91, es steht heute noch fast unverändert.
(Foto: Ingobert Rost)

Dieses einst so stolze Kriegerdenkmal trug in seinem Sockel die Inschrift: “Den Siegern von 1870-71. Die Gemeinde Einsiedel”. Die Abbildungen oben und rechts stammen von Postkarten aus der Zeit vor dem ersten Weltkrieg.
Das in einer Art “Siegessäule” gestaltete Denkmal wurde durch den “Königlich Sächsischen Kriegerverein zu Einsiedel” anläßlich des 25. Jahrestages im Jahre 1896 errichtet.
Im benannten Deutsch-französischem Krieg 1870/71 hatte Einsiedel einen Toten zu beklagen. Bei diesem Gefallenen handelt es sich um den Jäger Hans Tröger vom II. Jägerbataillon Nr. 13.
Der Plan im Jahre 1986.
Zwischen 1933 und 1937 wurde hier das auf dem Foto abgebildete, dreistufige Plateau geschaffen, welches sich über die gesamte nördlich Seite des Platzes erstreckte.
Es diente in der Zeit des Dritten Reiches im Zusammengehen mit der Gesamtfläche “Plan” der lokalen SA und HJ für die zu dieser Zeit üblichen Aufmärsche und Kundgebungen. Die bis dahin hier jährlich stattfindende Kirmes wurde kurzerhand bis Ausbruch des 2. Weltkrieges auf die Ida-Wiese (heute: Walther-Wieland-Hain) verlegt.
Auch in der DDR wurde hie und da der Platz für politische und gesellschaftliche Veranstaltungen genutzt. (Feuerwehr/Maikundgebungen.)
Die Kirmes fand bis zum Ende der DDR-Zeit hierher zurück.
Die gleiche Stelle am 12. August 2004. Das Plateau, welches in den 1990er Jahren immer mehr verkam, wurde weggerissen. Die frei gewordene Fläche -zwischenzeitlich gepflastert- dient nunmehr als ein ganz einfacher Parkplatz...
Hintergrundwissen Deutsch-französischer Krieg 1870/71:
Frankreich erklärt Preußen am 19. Juli 1870 den Krieg. Damit beginnt der Entscheidungskampf zwischen den rivalisierenden Großmächten um die Vormachtstellung auf dem europäischen Kontinent.
Die französische Hoffnung auf Neutralität der süddeutschen Staaten zerschlug sich, als die Königreiche Bayern und Württemberg am 16. bzw. 17. Juli den Bündnisfall gemäß den Schutz- und Trutzbündnissen von 1866 erklärten und ihre Streitkräfte dem Oberbefehl des preußischen Königs unterstellten. Als am 19. Juli, dem Tag der französischen Kriegserklärung, der Norddeutsche Reichstag eröffnet wird, bewilligt dieser einstimmig 120 Mio. Taler Kriegskredite. Österreich erklärt seine Neutralität.
Die kriegsentscheidende Schlacht bei Sedan am 1. September 1870 führt zum Sturz des französischen Kaiserreichs. Teile der französischen Armee, bei der sich auch Kaiser Napoleon III. befindet, werden bei dem Versuch, eigene, in der Stadt Metz (Elsass) eingeschlossene Truppenteile zu entsetzen, von deutschen Truppen unter Kronprinz Albert von Sachsen nach Sedan abgedrängt und angegriffen. Als die Deutschen um 16.00 Uhr mit der Beschießung der Stadt beginnen, ergeben sich die Franzosen.
Der kommandierende französische Marschall Mac-Mahon unterzeichnet am 2. September 1870 die Kapitulation. Mac-Mahon, Napoleon III. und etwa 88.000 Soldaten gehen in deutsche Kriegsgefangenschaft.
Am 4. September 1870 wird in Paris das zweite Kaiserreich gestürzt und eine instabile Republik gegründet.
Deutscherseits führt der Krieg zur Einigung des Landes und zur Gründung des Deutschen Kaiserreichs (auch Zweites Reich genannt) in Versailles am 18. Januar 1871. Der preußische König Wilhelm I. wird deutscher Kaiser. Diese Reichsgründung ist nicht nur die unmittelbare Folge des deutschen Sieges im Krieg gegen Frankreich sondern auch ein Werk der Diplomatie des Reichskanzlers Otto von Bismarck. Die Einigung Deutschlands erfolgt durch Zusammenschluss des Norddeutschen Bundes mit allen süddeutschen Staaten außer Österreich, in dem Preußen die Bedingungen diktiert.
Dieser neue Staat übernimmt nunmehr die Vormachtstellung, die bisher Frankreich auf dem europäischen Kontinent innehatte. Seine Nachbarn betrachten diese Entwicklung mit Sorge.
Der Tag des Sieges der Schlacht von Sedan (2. September) wird deutscher Nationalfeiertag. Kein einziger politischer Feiertag hat je in Deutschland wieder eine dermaßen hohe Popularität erreicht wie der „Sedantag“, auch nicht der 1. Mai.
Die Flagge des (Zweiten) Deutschen Reiches in den Farben Schwarz-Weiß-Rot entstand bereits im Jahre 1867 aus den
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Hansestädte weiß-rot als Flagge des Norddeutschen Bundes. Nach der Ausrufung des Deutschen Reiches wurde sie Reichsflagge und blieb es bis 1919. Der Reichsgründer Otto von Bismarck verzichtet ganz bewußt auf die (älteren) deutschen Farben Schwarz-Rot-Gold, da unter dieser Flagge Österreich (und auch Sachsen!) 1866 in den Deutschen Krieg gezogen waren. Somit ist die Wahl für Schwarz-Weiß-Rot nachvollziehbar und nicht in einer undemokratischen Gesinnung Bismarks zu suchen.
Für ein patriotisches Volkslied aus dieser Zeit auf das Bild clicken.
Durch Mißbrauch bei rechtsradikalen Aufmärschen ist das Image der schwarz-weiß-roten Flagge heute bedauerlicherweise sehr stark belastet.
Die Hymne des (Zweiten) Deutschen Reiches: “Heil Dir im Siegerkranz”

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Die Friedenseiche 1871 an der Hauptstraße.
Das Denkmal wurde 1946 abgerissen. Am vormaligen Standort stellen sich nun die Männer der Einsiedler Feuerwehr mit ihrer Technik zum fotografieren auf.
Die theoretischen Hintergründe für diesen Abriss sind auf der Seite Kriegerdenkmal 1914-18 detailliert geschildert.
(Foto: Hans-Christian Günther)



Das Kriegerdenkmal für den Sieg der verbündeten deutschen Staaten im Deutsch-französischem Krieg 1870 bis 71.
Rechts ein Foto aus den 1920er Jahren. Es zeigt die Mannschaft des Einsiedler Radballvereins vor dem Denkmal. Mittlerweile wurde neben dem Zierzaun noch ein weiterer Zaun zur Abtrennung gebaut.
