
Die (Winter-) Rodelbahn

Die Rodelbahn auf einer Postkarte, gelaufen am 12. Februar 1917. Bei der Karte handelt es sich um eine Fotomontage, die Personen (und der Esel) sind ins Bild hinein interpretiert worden.
Im “Waldesrauschen” hatte es aber tatsächlich einen Esel gegeben.
Die vormalige Strecke etwas weiter unten, also unterhalb des ehemaligen Standortes des “Waldesrauschen” am 20. März 2005.
Die Rodelbahn ist mit der an anderer Stelle beschriebenen Sommerrodelbahn bitte nicht zu verwechseln, die eine hatte mit der anderen nichts zu tun. Diese (Winter-) Rodelbahn wurde im Jahre 1909 durch den Gartenbaubetrieb Schwarz erbaut. Sie erfreute sich ungemeinen Zuspruchs, fanden doch allenthalben Wettkämpfe und Preisrodeln statt. Die Organisatoren derartiger Veranstaltungen waren 1909 der Chemnitzer Ski-Club und 1911 und 1914 der Fußballclub “Victoria” Einsiedel. Diese Wettbewerbe fanden stets im Januar statt. Viele Ehrenpreise wurden gestiftet und das Publikum war so zahlreich, das zwischen Chemnitz und Einsiedel Sonderzüge verkehrten. Die Rodelbahn hatte eine Länge etwa 500 Metern, begann, wie ersichtlich, oberhalb des “Waldesrauschen”, führte unmittelbar rechts daran vorbei und endete unten an den Bahnschienen. Hier endete schließlich auch das ganze Kapitel Rodelbahn, denn die (Eisen-) Bahnpolizei zog aus Sicherheitsgründen ihre Genehmigung zum Betrieb zurück.

Die Postkarte verdeutlicht uns noch einmal, wieso das ganze Projekt “Winterrodelbahn” auch in den Zuständigkeitsbereich der Bahnpolizei fiel.
(Vorlage: Jürgen Fritzsche)
