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Schlussendlich nun noch eine Auflistung der Schulmeister, respektive Lehrer, respektive Kantoren, welche im hier behandelten Gebäude wirkten. Diese Liste setzt sich aus Datenfragmenten zusammen, die ich bisher bei der Recherche über das Gebäude gefunden habe. Sie erheb keinen Anspruch auf Vollständigkeit:
1562 Caspar Zenker
(Jahr?) Peter Leßigk
1579 Peter Uhlig
1606 David Uhlig
1621 George Uhlig
1647 bis 1689 Wolfgang Frenzel
1691 bis 1702 Paul Barth
1725 Johann Gottfried Helbig
1736 bis 1766 Christian Gottlieb Fehre
1767 bis 1773 Christian August Knöfel
1773 bis 27. Oktober 1786 Johann Daniel Riedel Riedel übte das Amt bis zu seinem Tode aus, er verstarb am 27. Oktober 1786
29. Dezember 1786 bis Mai 1809 Ehregott Gottlieb Türk Türk war vorher Schulmeister zu Reichenhain. Er war später in Einsiedel bestverdienender Schulmeister. Im Jahre 1806 bezog er 195 Taler und 12 Groschen. Postum erfuhr Türk noch eine Würdigung. Die Gräfin von Düben nannte ihn in einem Brief vom 10. Oktober 1809 an den Chemnitzer Superintendenten Unger einen “General der Schule” und “verewigten Wohltäter”.
seit 24. Januar 1810 bis 1860 Friedrich Ludwig Fischer Der Schulmeister und Organist schied hochbetagt in den Ruhestand und erhielt eine jährliche Provision (Ruhegehalt) von 230 Talern. Noch um 1844 betrug sein Schulmeisterfixum 280 Taler, er erhielt zusätzlich 40 Taler für die Hilfslehrerbeköstigung, 20 Taler um die Schulstube zu heizen und 12 Taler für den Gregoriusumgang in Einsiedel und 3 Taler für selbiges in Erfenschlag.
1860 bis 1884 Carl Traugott Wolf Schwiegersohn des Vorstehenden
1. Juni 1885 bis 4. April 1907 Otto Liebe In der Ortschronik von Max List findet sich folgende Anekdote über Otto Liebe, die ich hier eins zu eins wiedergeben möchte:
Der Kantor Liebe Da war früher in Einsiedel ein Lehrer und Kantor Liebe. Das war ein gar gestrenger Herr, solches mussten die Kinder oft verspüren. Der Rohrstock lag immer bereit, um zu passender Gelegenheit sofort kräftig zuzuschlagen. Da kam einmal ein Junge auf den Einfall, den Liebe ein´s auszuwischen. Er ging an einem Tag vorzeitig zur Schule in das Klassenzimmer, malte an die Wandtafel den Kantor Liebe, welcher ein etwas spitzes Kinn und eine kleine Hucke hatte. Er malte ihn fast so, wie er war, drehte die Tafel um, und ging sofort wieder nach Hause, um eine halbe Stunde zu spät wiederzukommen. Als der Unterricht begann, schrieb der Kantor an die Tafel, damit die Kinder das Geschriebene abschreiben konnten. Mittlerweile kam der Junge ins Zimmer und sagt: „Herr Kantor, Sie werden entschuldigen, dass ich zu spät komme, wir haben es verschlafen.“ „Setz Dich“, sagt der Kantor. Als nun die Tafel voll geschrieben war, dreht er dieselbe um und wollte weiterschreiben. Aber, o weh´, da erblickt er doch sein Angesicht. Vor Schreck war ihm die Spucke weg. Dann brüllt er los: „Wer war der Lümmel? Mag aufstehen!“ Keiner meldet sich. Da holt er den Schuldirektor Uhlig ins Zimmer und zeigt ihm die Bescherung. Der brüllt auch wieder laut: “Wer war der Flegel? Euren Kantor so herzustellen, schämt euch!” Aber keiner meldet sich. „Die ganze Klasse muss nach dem Schulunterricht nachsitzen, bis sich der Lümmel gemeldet hat.” „Und du“, sagt er zu dem Wandtafelschreiber, „du bist heute zu spät gekommen, du warst es nicht, du kannst nach Hause gehen“. Max List
1907 bis 1927 Hugo Johannes Jokisch
1928 bis 30. September 1933 Kurt Stelzer
Stelzer war nur noch Kantor, er übte das Amt des Schulmeisters nicht mehr aus. Rechts eine Gedenkstele für ihn auf dem Einsiedler Friedhof nahe der Kirche. Stelzer verweigerte aus innerer Überzeugung seine Mitwirkung an einem für den 1. Mai 1933 anberaumten Gottesdienst. Er kam dafür kurzzeitig in Schutzhaft. Pfarrer Karl Otto Heeg forderte ihn daraufhin auf, sein Amt in Einsiedel niederzulegen und die Dienstwohnung im Kantorat zu räumen, was Stelzer am 30. September 1933 tat. Allerdings kam es nunmehr zu einer Sympathiebekundung des Kirchenchores; 45 Sänger erklärten ihren Austritt. Der Chor erfuhr dadurch eine satzungsgemäße Auflösung. Seinem Nachfolger Herbert Posern gelang jedoch in kurzer Zeit eine Neugründung des Chores, diesmal jedoch als freier Klangkörper ohne satzungmäßige Bindungen.
1. Oktober 1933 bis 1968 Herbert Posern Lehrer und Kantor. Posern wurde im Krieg zum Wehrdienst eingezogen und wurde in diesem Zeitraum von seiner Frau Margarete und der Einsiedler Klavierlehrerin Christa Süß vertreten.
1968 bis 1978 Norbert Nenke Nenke sowie seine Nachfolger übten dann nur noch das Amt des Kantor aus.
1978 bis 1990 Gottfried Schumann Dieser bewohnte als bisher letzter Kantor die für diesen Posten vorgesehene Dienstwohnung im Gebäude Kirchgasse 6.
1990 bis Februar 2006 Sabine Merbeth
seither Günther Schmidt Kirchenmusikdirektor im Ruhestand.
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